Sauerkraut selber machen – einfacher Einstieg in natürliche Probiotika
Sauerkraut ist eines der einfachsten fermentierten Lebensmittel und gleichzeitig ein guter Einstieg, wenn du Probiotika über natürliche Quellen aufnehmen möchtest. Es braucht nur wenige Zutaten und vor allem etwas Zeit.
Im Gegensatz zu Kapseln bringst du deinem Körper hier Mikroorganismen in einem natürlichen Zusammenhang mit – so, wie er es ursprünglich kennt.
Wenn du dich gerade erst an das Thema herantastest, ist das eine einfache Möglichkeit, erste Erfahrungen zu sammeln und zu beobachten, wie dein Körper darauf reagiert.
Wenn du mehr darüber verstehen möchtest, wie Probiotika im Körper wirken, findest du hier den passenden Artikel: Probiotika verstehen – Wie sie im Darm wirken
Rezept für selbstgemachtes Sauerkraut
Sauerkraut ist ein nährstoffreiches, probiotisches Lebensmittel, das mit der Zeit immer weiter reift. Dieses Rezept ermöglicht eine schonende Fermentation und kann je nach Geschmack angepasst werden.
Zutaten
Wenn du ganz neu damit startest, halte es am Anfang möglichst einfach und verzichte zunächst auf zusätzliche Zutaten oder Molke.
- Ein mittelgroßer Kohl (z. B. Weiß-, Spitz- oder Rotkohl), ca. 1,5 kg
- Feines Meersalz (20 g pro kg Kohl)
Optional zum Variieren:
- 4 EL Molke (wenn du Molke verwendest, reduziere das Salz auf etwa 1 EL)
- 1 EL Kümmelsamen
- Geschälte, gewürfelte Äpfel, fein geriebene Karotten, grüne Zwiebeln, Knoblauch oder anderes Gemüse nach Wahl
Die Menge reicht für etwa 2 Gläser mit je ca. 1 Liter Fassungsvermögen.
Zubereitung
- Entferne die äußeren Blätter und den Strunk. Schneide den Kohl mit einem scharfen Messer in feine Streifen. Behalte ein bis zwei äußere Blätter zurück, um das Kraut später damit abzudecken.
- Gib den Kohl in eine große Schüssel und vermenge ihn mit dem Salz (und der Molke, falls verwendet). Knete die Mischung anschließend mit den Händen, bis der Kohl weich wird und ausreichend Flüssigkeit austritt.
- Optional: Füge anschließend die restlichen Zutaten hinzu und vermische alles gut.
- Wenn dir das Kneten schwerfällt, kannst du den Kohl alternativ mit Salz vermengen, mit einem Teller abdecken und bis zu 6 Stunden stehen lassen, sodass das Salz das Wasser langsam herauszieht.
- Fülle den Kohl samt Flüssigkeit in ein weithalsiges Glas und lasse etwa 3–5 cm Platz zum Rand.
- Um Schimmelbildung zu vermeiden, achte darauf, dass der Kohl vollständig unter der Salzlake bleibt und keine kleinen Stückchen mehr an die Oberfläche gelangen können. Nutze dafür ein Kohlblatt und ein Gärgewicht.
- Bevor du das Glas verschließt (z. B. mit Airlock-Deckel oder Bügelglas), säubere den oberen Glasrand und lasse es für mindestens 7 Tage bei Raumtemperatur (20-22 °C) fermentieren.
- Sobald keine Bläschen mehr aufsteigen, ist das Kraut grundsätzlich fertig. Für ein milderes Aroma und eine größere Vielfalt an Mikroorganismen kannst du die Fermentation verlängern und das Glas für einige Wochen kühl, z.B. im Keller lagern.
Tipps zur Fermentation
Am besten verwendest du Bio-Gemüse oder Gemüse aus deinem Garten, das nicht gespritzt ist.
Achte darauf, ein möglichst naturbelassenes Salz ohne Zusätze zu verwenden, z. B. Stein- oder Meersalz (ohne Rieselhilfen, Jod, Fluorid oder E-Stoffen).
Eine gute Orientierung bietet die sogenannte 2 %-Regel: etwa 20 g Salz pro Kilogramm Kohl. Diese Menge sorgt für eine stabile Fermentation und hilft, unerwünschte Keime zu vermeiden.
Packe den Kohl nicht zu fest in das Glas, da er sich während der Fermentation ausdehnt. Lasse etwas Platz, damit keine Flüssigkeit überläuft. Spezielle Fermentationsdeckel können helfen, überschüssiges Gas entweichen zu lassen und den Prozess stabiler zu machen.
Während der ersten Tage sollte das Glas möglichst geschlossen bleiben, da die Fermentation unter Ausschluss von Sauerstoff stattfindet. Nach einigen Tagen kannst du vorsichtig probieren, ob dir der Geschmack bereits zusagt. Falls nicht, einfach weiter an einen kühleren Ort (z. B. Keller) stellen und weiter fermentieren lassen. Wichtig ist dabei, dass das Kraut immer von Flüssigkeit bedeckt bleibt.
Je länger der Kohl fermentiert, desto intensiver wird sein Geschmack. Viele empfinden ihn nach einigen Wochen als bekömmlicher. Meine Empfehlung liegt hier bei ca. 4-8 Wochen, oder auch länger.
Die Zugabe von Molke kann den Fermentationsprozess unterstützen und etwas beschleunigen, ist aber nicht zwingend notwendig. Ohne Molke braucht es meist etwas mehr Zeit, bis die natürliche Gärung einsetzt.
Nach dem Öffnen solltest du das Sauerkraut im Kühlschrank lagern. Es ist mehrere Monate haltbar und entwickelt mit der Zeit ein intensiveres Aroma.
Wichtiger Hinweis zur Verträglichkeit
Starte mit kleinen Mengen. Gerade wenn dein Darm empfindlich reagiert, kann auch Sauerkraut anfangs ungewohnt sein. Beobachte, wie dein Körper reagiert und passe die Menge entsprechend an.
Fazit
Sauerkraut ist ein einfacher Weg, Probiotika durch ein natürliches Lebensmittel in den Alltag zu integrieren.
Es geht dabei weniger darum, möglichst viel zu konsumieren, sondern darum, zu beobachten, was dein Körper daraus macht.
Wenn du tiefer verstehen möchtest, wie dein Darm funktioniert und wie du Schritt für Schritt mehr Stabilität aufbauen kannst, begleite ich dich gerne dabei.

